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Knowledge Hub

Heatmap und Routinen

In diesem Video erfährst du, wie du mit einer Heatmap Fehlerwissen sichtbar machst und mit Routinen konkrete Lösungen ableitest

Geschrieben von Tommy Giesbrecht

Zuletzt aktualisiert Vor 9 Monaten

Was sind Heatmaps und Routinen?

Die Heatmap bildet das Fehlerwissen ab: Sie zeigt, welche Fehlerursachen mit welchen Symptomen zusammenhängen – und wie häufig diese Kombinationen in der Praxis vorkommen. Darauf aufbauend können Sie Routinen hinterlegen: konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Behebung dieser Ursachen.

Begriffserklärungen

🔍 Symptom: Ein beobachtbares Merkmal wie ein Geräusch, Geruch oder eine Anzeige.

🛠️ Ursache: Ein behebbarer Fehler, der ein Symptom auslöst.

📋 Routine: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Behebung einer Ursache.

Häufigkeiten

In der Heatmap verbinden Sie Ursachen mit Symptomen mithilfe von Häufigkeiten, also:

  • immer – tritt jedes Mal gemeinsam auf

  • oft – tritt in vielen Fällen gemeinsam auf

  • selten – tritt nur gelegentlich gemeinsam auf

  • nie – kein Zusammenhang bekannt

Wichtig ist: Zuerst die Ursache festlegen, dann das Symptom bewerten.

Bei ___ (Ursache) erkenne ich ___ (Häufigkeit: immer, oft, selten, nie) das ___ (Symptom).


In vier Schritten zur ersten Wissensbasis

Erfassen Sie alle relevanten Beobachtungen, Beschreibungen, Störungen oder typischen Probleme – ganz ohne feste Struktur. Ziel ist es, vorhandenes Erfahrungswissen ungefiltert zu dokumentieren.

  1. Definieren Sie die Systemgrenzen

    • Wer soll das System nutzen?

    • Welcher Wissensstand wird vorausgesetzt?

    • Gibt es Fehler oder Symptome, die der Anwender nicht erkennen oder nicht beheben darf?

  2. Sammeln Sie die Fehler innerhalb der definierten Systemgrenzen

  3. Gibt es Kategorieren, in denen Sie die Fehler zusammenfassen können?

    • Notieren Sie sich diese Kategorien (nutzen Sie innerhalb findIQs dafür die Labels)

Offene Fragen zum Einstieg

  • Was sind (typische) Fehler, die bei dieser Maschine auftreten?

  • Welches Fehlerbild ergibt sich bei diesen Fehlern?

  • Welche Anzeichen bemerken Sie, wenn ein Fehler vorliegt?

Strukturieren Sie die gesammelten Fehler: Welche Einträge beschreiben Symptome? Welche stellen Ursachen dar?

  • Schreiben Sie die Ursachen zeilenweise auf

  • Tragen Sie die Symptome spaltenweise ein

Ursachen-orientierte Fragen

  • Was ist Ihrer Erfahrung nach die häufigste Ursache für dieses Symptom?

  • Welche Komponenten prüfen Sie zuerst bei diesem Problem?

  • Wie beheben Sie den Fehler?

Symptom-orientierte Fragen

  • Was sehen, riechen, hören, fühlen oder schmecken Sie dabei?

  • Welche Fehlermeldung erscheint auf dem Display?

  • Welche Geräusche, Gerüche oder Veränderungen nehmen Sie wahr?

  • Woran erkennen Sie, dass etwas nicht stimmt?

Verknüpfen Sie Ursachen mit Symptomen – und bewerten Sie, wie häufig sie gemeinsam auftreten.

Ursache-Wirkung-Beziehung explizit machen

  • Wenn das passiert – was ist dann meist die zugrundeliegende Ursache?

  • Wie hängt dieses Symptom mit anderen Fehlern zusammen?

Ähnliche Fehler voneinander unterscheiden.

  • Wenn das passiert – was ist dann meist die zugrundeliegende Ursache?

  • Wie hängt dieses Symptom mit anderen Fehlern zusammen?

Häufigkeiten

  • Wenn Ursache X auftritt, wie häufig tritt Symptom Y auf?

Hinterlegen Sie passende Anleitungen, um die erkannten Ursachen gezielt zu beheben.

  1. Erstellen von Routinen-Titel (Titel der Arbeitsanweisung)

  2. Zuweisung der Routinen zur jeweiligen Ursache

  3. Ausformulierung in Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Lösungsfragen

  • Welche Schritte helfen zuverlässig bei der Behebung?


Die Wissensbasis strukturieren

In findIQ gibt es zwei zentrale Prinzipien, um Wissen zu strukturieren: Labels und Verkettungen.

Damit lässt sich Wissen gezielt einordnen und später leicht filtern oder durchsuchen.

1. Wissen mit Labels kategorisieren

Innerhalb einer Vorlage können Bausteine wie Ursachen, Symptome oder Routinen mit Labels versehen werden.

Beispiele für Labels:

  • Art des Fehlers: mechanisch, elektrisch, softwarebedingt

  • Bereich der Maschine: Hydraulik, Steuerung, Sensorik

  • Varianten abbilden: Software-Versionen, Baureihen

2. Vorlagen mit Verkettungen verbinden

Verkettungen dienen dazu, verschiedene Wissenselemente zusammenzubringen und dadurch wiederverwendbar zu machen.

Beispiele für Verkettungen:

  • Maschinen zu Produktionslinien: Mehrere Maschinen können über Verkettungen zu einer kompletten Produktionslinie zusammengeführt werden.

  • Baugruppen zu Maschinen: Einzelne Baugruppen lassen sich zu einer gesamten Maschine verknüpfen.

  • Varianten abbilden: Eine Maschine kann mit unterschiedlichen Modulen kombiniert werden – z. B. Maschine 1 mit Modul 1 oder Maschine 1 mit Modul 2.

Vorlage oder Labels? – Entscheidungslogik

Labels nutzen, wenn …

  • Das Grundwissen gleich bleibt, sich nur Details unterscheiden.

  • Unterschiede eher variantenbezogen sind (z. B. Baureihe, Software-Version, Ausstattung).

  • Man Vergleiche oder Filter braucht, um unterschiedliche Varianten auf einen Blick sehen zu können.

Neue Vorlage anlegen, wenn …

  • Das Wissen soll an mehreren Stellen wiederverwendet werden.

  • Es geht um ein eigenständiges Wissenselement, das unabhängig bestehen kann.

  • Inhalte unterscheiden sich so stark, dass Labels nicht reichen.