Mit Quinn arbeiten
Die vier Aufgaben von Quinn — Dokumente, Expertenwissen, Strukturieren, Abfragen — und wie du Prompts formulierst.
Geschrieben von Tommy Giesbrecht
Zuletzt aktualisiert Vor etwa 1 Monat
Ziel dieses Artikels: Nach dem Lesen weißt du, welche Aufgaben Quinn übernimmt, welche Eingabe zu welchem Ergebnis führt und wie du einen Prompt formulierst, damit das Ergebnis schnell, kurz und leicht prüfbar ist.
Relevant für die Rollen Editor und Administrator. Quinn befindet sich aktuell in der Beta.
Aktuell ist Quinn für die Verarbeitung von Dokumenten und das Übertragen in die findIQ Methode optimiert. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind geplant — wir freuen uns auf euer Feedback.
1. Dokumente auswerten
Eingabe: Betriebsanleitungen, Fehlersuchtabellen, Tickets, Tabellen (PDF, Word, Excel).
Was Quinn macht: liest die enthaltenen Störungsinformationen aus, ordnet sie dem findIQ-Modell zu – Symptome, Ursachen, Routinen, Labels – und legt die passende Vorlage an oder ergänzt eine bestehende.
Ergebnis: Einträge in findIQ mit derselben Struktur wie manuell angelegte. Die Inhalte landen im Datenmodell, nicht in einer Dateiablage.
2. Expertenwissen aufnehmen
Eingabe: ein Gespräch im Chat mit jemandem, der die Anlage kennt.
Was Quinn macht: fragt fehlende Angaben nach, ordnet die Antworten als Symptome, Ursachen und Routinen ein und pflegt sie ein.
Ergebnis: Wissen aus dem Feld ist in findIQ erfasst, ohne dass die befragte Person die findIQ-Methode kennen muss. Die Aufnahme läuft asynchron und ist nicht an Termin oder Ort gebunden.
3. Bestehendes Wissen strukturieren
Eingabe: eine Vorlage in findIQ mit Symptomen und Ursachen sowie ein Kategorienschema – entweder von dir vorgegeben oder von Quinn vorgeschlagen.
Was Quinn macht: analysiert die Symptome und Ursachen und labelt sie nach diesem Schema, zum Beispiel als gelabelte Heatmap.
Ergebnis: eine Struktur, an der sich die Fehlersuche orientiert. Große Wissensbasen werden in einem Durchlauf bearbeitet statt Eintrag für Eintrag.
4. Datenbestand abfragen und zusammenfassen
Eingabe: eine Frage zum Datenbestand der Organisation – Maschinen, Vorlagen, Routinen, Logbuch.
Was Quinn macht: sucht im Rahmen deiner Berechtigungen über die Hierarchie hinweg und fasst die Treffer zusammen.
Ergebnis: eine Antwort, ohne verschachtelte Ebenen durchzuklicken. Filtern, Sortieren und Blättern bleiben in der Oberfläche schneller.
Prompts formulieren
Ein Prompt funktioniert umso besser, je genauer er sagt, wo Quinn arbeiten soll. Was findIQ selbst weiß, muss nicht erklärt werden.
📝 Ein vollständiger Prompt
„Arbeite in der bestehenden Vorlage Flaschenabfüller. Nutze aus der angehängten Betriebsanleitung nur die Fehlersuchtabelle T-01 bis T-09 und daraus die Störungen der Baugruppe AS-3. Ergänze die Symptome und Ursachen in der Heatmap und lege keine neue Vorlage an."
Vier Angaben stecken darin: das Zielobjekt, der Ausschnitt, die Aktion und eine Abgrenzung. Die acht Punkte unten gehen sie durch.
1. Den Ausschnitt nennen, nicht das ganze Dokument
Ein Anker hält die Datenmenge klein: Anlage, Baugruppe, Abschnitt, Tabellenbereich. Das Ergebnis kommt schneller und lässt sich leichter prüfen.
Statt: „Analysiere diese Betriebsanleitung."
Besser: „Nutze nur das Deckblatt und aus der Fehlersuchtabelle (T-01 bis T-09) die Störungen der Baugruppe AS-3."
2. Nicht erklären, was findIQ schon weiß
Aufbau und Logik der Heatmap sind vorgegeben. Wer sie beschreibt, macht den Prompt länger, nicht besser.
Statt: „Baue eine Heatmap mit Symptomen als Zeilen, Ursachen als Spalten und Wahrscheinlichkeiten aus der Häufigkeit."
Besser: „Ergänze die Heatmap um die Tickets der Komponente AS-6."
3. Das Objekt nennen, in dem gearbeitet wird
Ohne Zielangabe legt Quinn unter Umständen etwas Neues an, statt Bestehendes zu erweitern.
Beispiel: „Arbeite in der bestehenden Vorlage Flaschenabfüller und lege keine neue an."
4. In Schritten arbeiten
Ergänzen, labeln, prüfen — jeder Schritt einzeln. Passt ein Schritt nicht, muss nicht alles wiederholt werden.
Statt einem Prompt: „Lies die Anleitung ein, labele alles nach Baugruppe und prüfe die Wahrscheinlichkeiten."
Besser, drei hintereinander: „Lege die Störungen der Baugruppe AS-3 an." → „Labele die neuen Symptome nach Baugruppe." → „Zeig mir die Symptome, die noch keine Ursache haben."
5. Vorgeben oder vorschlagen lassen
Vorgaben liefern reproduzierbare Ergebnisse. Offene Fragen nutzen Quinns Blick auf den Datenbestand.
Reproduzierbar: „Lege ein Label Drucksystem an und labele alle Symptome und Ursachen, die zum Drucksystem (CO2-Druck) gehören."
Mitdenkend: „Ich möchte die Symptome und Ursachen nach Fehlertyp labeln. Welche Labels schlägst du vor?"
6. Die Begriffe der Applikation nutzen
Vorlage, Label, Routine, Symptom, Ursache, Logbuch — jeder Begriff bezeichnet in findIQ etwas Bestimmtes.
Beispiel: Eine Excel-Datei „Logbuch" zu nennen, obwohl das Logbuch ein Feature ist, provoziert Missverständnisse.
7. Die Oberfläche nutzen, wo sie schneller ist
Quinn ist stark beim Auswerten, Strukturieren und Anlegen. Durchsehen geht in der Oberfläche direkter.
In der Oberfläche: eine Vorlage suchen, die Heatmap nach Label filtern, einen einzelnen Eintrag korrigieren.
Mit Quinn: 60 Störungen aus einer Tabelle anlegen, alle Symptome des Drucksystems labeln, den Bestand zusammenfassen.
8. Vorher festlegen, was herauskommen soll
Wer die erwartete Antwort kennt, erkennt Abweichungen sofort.
Beispiel: „Aus Tabelle T-04 sollen vier Störungen entstehen, weil vier zu AS-3 gehören." Kommen fünf zurück, weißt du, wo du nachsehen musst.
Beispiel: vor dem Labeln notieren, dass beim Drucksystem etwa ein Dutzend Symptome herauskommen sollten. Kommen zwei zurück, war die Kategorie zu eng gefasst.
Quinn hält sich an die findIQ-Methode und fragt bei fehlenden Informationen nach, statt die Lücke zu füllen. Ein präziser Prompt macht die Bearbeitung effizienter, ist aber keine Voraussetzung.
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